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Zähe Verhandlungen – Wallraf veräußert seine Sammlung

Sebastian Schlinkheider

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Bis Wallraf 1818 seinen auch im Wortsinne „letzten“ Willen festlegte, war es ein weiter Weg. Während das erste Testament keine Hinweise auf seine Sammlung enthält, tritt sie in den Testamenten von 1816 und 1818 eindeutig in den Vordergrund. Eng damit verbunden sind die Versuche des Kölner Sammlers, seine Besitztümer dauerhaft der Kölner Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die unterschiedlichen Verhandlungspartner waren dabei lange Zeit nicht sicher, ob und zu welchem Preis sie diese sprichwörtliche „Katze im Sack“ annehmen sollten. Im Folgenden wird der langwierige Prozess der Verhandlungen nachgezeichnet, in dessen Zuge Wallraf freilich immer weitere Gegenstände dazu erwarb.

Ferdinand Franz Wallraf inmitten seiner Sammlung (um 1840/50), B. Nikolas Salm
Bildnachweis: Rheinisches Bildarchiv Köln, A WRM Z 02600, Reproduktions-Nr. rba_c019110

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Wallraf begann in jungen Jahren mit dem Sammeln: Bianca Thierhoff berichtet davon, dass er „ein Bruchstück des im Jahre 1766 zerstörten Sakramentshäuschens, welches sich an der linken Seite des Domchores befunden hatte, zu sich nach Hause rettete.“[1] Sammelaktivitäten im engeren Sinne sind dann spätestens in den 1770er Jahren anzusetzen.[2] Wallraf, der sich gerade in seinen Zwanzigern befand, wurde dabei vor allem durch den Aufenthalt beim Kölner Professor Johann Georg Menn (1730–1781) und seiner Frau Dorothea (1725–1789) sowie deren intellektuelles und künstlerisches Netzwerk geprägt.[3] Eine Schlüsselfunktion für Wallrafs Sammeltätigkeit nahm die Dompropstei ein, die sein Freund und gewissermaßen „Mäzen“[4], der Domkanoniker Franz Wilhelm Reichsgraf von Oettingen-Baldern und Wallerstein (1725–1798), dem Sammler am 1. Januar 1794[5] als mietfreie Wohnung überließ. Wallraf wohnte bereits seit den späten 1780er Jahren und bis zu seinem Tod in diesem Gebäude und machte es zum Mittelpunkt seines öffentlichen Wirkens, etwa mit Lehrveranstaltungen[6], Konzerten[7] oder den Treffen der Olympischen Gesellschaft ab 1809[8]. Wie auf dem vermutlich erst nach Wallrafs Tod entstandenen[9] Porträt chaotisch in Szene gesetzt, war das Gebäude wohl Wunderkammer, Lagerhalle, Archiv und Museum zugleich, was die Forschung bis heute beschäftigt.[10] Wallraf war dahingehend vermutlich nicht zuletzt 1783 auf der Reise mit Oettingen durch süddeutsche Städte inspiriert worden, bei der sie auch „Gemäldegalerien und Naturalienkabinette“ besichtigt hatten.[11]

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Da es bereits mehrfach ausführlich dargestellt worden ist[12], soll die Frage danach, was Wallraf gesammelt hat, hier zugunsten der Charakteristika und Motive im Hintergrund stehen. Interessant ist dabei, dass Wallraf noch in den 1780er Jahren vor allem als Mineraliensammler und „Steinherrle“ [13] wahrgenommen wurde. Der naturgeschichtliche Einschlag ist vermutlich den Einflüssen im Hause Menn zuzuschreiben[14] und verdichtete sich in Wallrafs Studienzeit an der Medizinischen Fakultät. Thierhoff stellt heraus: „Wallrafs Sammelleidenschaft für die frühen Interessensgebiete sollte ein ganzes Leben lang bestehen bleiben. Verschiedene Ereignisse trugen jedoch dazu bei, daß sich das Engagement verlagerte.“[15] Sie setzt den Beginn von Wallrafs Gemäldesammlung auf „spätestens Mitte der achtziger Jahre“ an.[16] Nachdem 1794 die Franzosen nach Köln gekommen waren, prägten auch ihre kulturpolitischen Maßnahmen in den folgenden 20 Jahren die Stadt. Es kam etwa zum Abtransport vieler Kunstgegenstände nach Paris und zur Aufhebung fast aller der künstlerisch gut ausgestatteten Klöster und Kirchen im Zuge der Säkularisation, was Interessierten vielfach die Möglichkeit zum Erwerb der Kunstschätze bot.[17] Deeters gibt an, dass diese Faktoren sich fördernd auf das Sammeln ausgewirkt hätten, jedoch gelte: „Was aber Wallrafs eigentliche Motive waren, darüber läßt sich kaum etwas feststellen.“[18] Wallrafs zunächst nachvollziehbarer didaktischer Anspruch wurde laut Deeters regelrecht zur „Kaufsucht“ und immer mehr von anderen Beweggründen überlagert, schließlich „ließen eigentlich nur die naturkundliche Sammlung und die Stiche von Kunstwerken eine Auswertung im Unterricht zu. Es ist offenkundig, daß allmählich dieser rationale Beweggrund der irrationalen Überzeugung wich: daß ich sammle und was ich sammle, das ist gut für Köln.“[19] Aus „Sorge um den Ruhm seiner Vaterstadt“[20] wurde Wallrafs Sammelinteresse immer konservatorischer und zugleich beliebiger: „Sein Eifer, zu retten und zu sammeln, war durchaus größer als jener zu ordnen, zu werten und Zusammenhänge sichtbar zu machen. […] Wallrafs Sammlungen waren in ständiger Bewegung: gerade Erworbenes gab er im Tausch ab oder verpfändete es, weil an anderer Stelle Wichtigeres zu retten oder zu sichern war.“[21] Da Wallraf „stets mehr“ erwarb „als seine Verhältnisse erlaubten“[22], waren Engpässe in der Finanzierung seiner schließlich auf fast 80.000 Stücke[23] angewachsenen Sammlung vorprogrammiert.[24]

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Vergrößerung der Bildung, Bewahrung des Kulturellen, aber auch das Sammeln um seiner selbst willen – und angeachtet aller Geldnot – waren also mit wechselnden Priorisierungen die drei Hauptmotive Wallrafs. Alles stand eng mit dem Wunsch einer öffentlichen Bereitstellung der Sammlung in Verbindung, der sich ebenfalls sehr früh äußerte: So bot Wallraf bei der Anmeldung zur Baccalaureatsprüfung 1778 seine naturgeschichtlichen Sammlungen der Medizinischen Fakultät als Lehrmaterial an.[25] Auch später betonte Wallraf, dass die Sammlung „der Bildung und Aufklärung der Kölner Bevölkerung dienen“ solle und „nur zum Wohle der Öffentlichkeit angelegt“ sei.[26] Kritiker unterstellten ihm jedoch schlicht „Besitzgier“: die „Bestände [seien] wegen ihrer Unübersichtlichkeit nicht zur Instruktion von Schülern und Besuchern“ zu gebrauchen.[27] Zwar bleibt laut Deeters „unbestritten […] daß Wallraf Schätze besaß, die von öffentlicher Bedeutung waren.“[28] Doch für die Zeitgenossen war das Interesse an ihrer Nutzung mit der Notwendigkeit ihrer Ordnung „unlösbar verknüpft“, wie auch Friedrich Schlegel (1772–1829) 1805 formulierte: „Die instruktivste unter diesen für die Kunstgeschichte wird wohl die Sammlung des gelehrten Canonicus Wallraf sein, wenn sie erst geordnet worden.[29] Schlegels Einschätzung ist dabei eine optimistischere Variante – die notorisch zitierten Eindrücke Goethes (1749–1832), der von „Wallrafs Chaos“ sprach und den Sammler mit einem wachenden, aber unkundigen „Drachen“ verglich, gehören stattdessen zu den kritischen Stimmen,[30] in die sich auch Wilhelm Grimm (1786–1859) oder Karl Friedrich Schinkel (1781–1841) einreihten.[31] Thierhoff verteidigt Wallraf teilweise: Vergleichbare Ordnungsarbeiten hätten bei anderen Sammlern wie Goethe immer Helfer oder viel freie Zeit vorausgesetzt. Wallraf sei stattdessen etwa durch Lehrberuf, Autortätigkeit und Stadtführungen stark beansprucht gewesen; zudem habe es schlicht an Platz gefehlt. Möglicherweise habe Wallraf durch die Unordnung seine Sammlung auch vor fremdem Zugriff schützen wollen.[32] Ohnehin musste Wallraf, der einem älteren Typus des universellen Sammlers entsprach, den sich stärker spezialisierenden Zeitgenossen um 1800[33] schon allein deshalb suspekt gewesen sein.

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Nach Rupp[34], der die Verhandlungen aufgearbeitet hat, äußerte Wallraf am 27. Juni 1803 erstmals konkretere Vorstellungen zur Bereitstellung seiner Sammlung, nämlich in einem Brief an den Präfekten des Departements, in dem er darum bat, die Dompropstei erwerben zu können und dabei Pläne skizzierte, eine Kölner Kunstakademie einzurichten, die auf seiner Sammlung aufbauen sollte. Rupp stellt fest: „Zwei Argumente zeigen sich schon hier: die Einheit der Sammlung und die Einmaligkeit besonders für Köln. Mit ihnen wird weiteroperiert.“[35] Diese erste Absichtserklärung war erfolglos, denn am 6. Juli 1807 – vermutlich aufgrund drängenderer Schulden[36] – machte der Professor an der Zentralschule der Kölner Schulverwaltung[37] ein konkreteres Angebot. Wallraf verwies dabei auf seine Lehrkosten und die langjährigen Vergütungsprobleme, die ihn zu Krediten gedrängt hätten. Er schlug eine Unterbringung der Sammlung im Schulgebäude vor – nach Deeters ein etwas „undeutlich formuliert[es]“ und teilweise als „Eitelkeit“ aufgefasstes Angebot, das wohl auf „einen beabsichtigten Verkauf gegen eine jährliche Rente“ abzielte.[38] Nach einer knappen und begrenzten Unterstützungszusage an Wallraf versuchte die Schulverwaltung, den Wert der Sammlung grob abzuschätzen[39]: So habe zwar vieles lediglich „Liebhaberwert“,[40] doch „seien die Sammlungen einmal aufgestellt und geordnet, so hätten sie einen unschätzbaren Wert für die Schulen und die Stadt“.[41] Für die Verhandlung mit Wallraf wurden „zehn jährliche[ ] Zahlungen à 2.000 Francs“ angesetzt.[42] Man plante ihn „als Konservator ein[zu]setzen, ihm dafür ein jährliches Gehalt[43] [zu] zahlen und schließlich die Kosten für Unterkunft, Heizung und Licht [zu] übernehmen.“[44] Am 19. Oktober 1807 beantragte die Schulverwaltung mit Verweis auf das öffentliche (und nicht rein schulische) Interesse die Mittel beim Bürgermeister Johann Jakob von Wittgenstein (1754–1823).[45] Die Stadt reagierte mit einer Vertröstung auf die Budgetplanung kommender Jahre und beantragte die Mittel bei der Regierung.[46] Voraussetzung für alles sei eine genaue Inventarisierung, wie Wallraf am 21. Dezember 1807 erfuhr.[47] Mit der Bitte um einen Vorschuss sagte er im Februar 1808 zu.[48]

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In den folgenden eineinhalb Jahren folgten die aufwendigen Katalogisierungsarbeiten, die Wallraf auch wegen der Gefahr zuwider waren, die Herkunft aller einzelnen Stücke vor der französischen Regierung offenzulegen.[49] Während der Arbeiten wurden „große Teile“ der Sammlungen „für eine bessere Übersicht“ ins ehemalige[50] Jesuitenkolleg ausgelagert, zumindest vorübergehend war die Dompropstei also keineswegs der einzige Aufbewahrungsort.[51] Obwohl am 11. Oktober 1809 neben der konkreten Wertschätzung auch ein Vertrag zur Übernahme vorlag[52], scheiterte das Verfahren, wohl wegen der parallelen Bemühungen Kölns um eine neue Universität[53] und der notorisch schlechten finanziellen Lage. Die Mittel wurden vom Innenministerium nicht bewilligt, was befürchten ließ, Wallraf könne sein Vorhaben ganz aufgeben.[54] Wohl in der Hoffnung auf ein Unterrichtsinteresse der Schulverwaltung bot er 1811 die Mineraliensammlung separat zum Kauf an. Der erhoffte finanzielle Ertrag erschien ihm offenbar höher als der persönliche Wert.[55] Auch dieses Vorhaben scheiterte in den folgenden unruhigen Jahren.

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Erst die 1814 beginnende Herrschaft Preußens im Rheinland führte zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen um Wallrafs Sammlung. Auf Anregung seines ehemaligen Schülers Eberhard von Groote (1789–1864) beschäftigte sich bald immerhin der preußische Generalgouverneur Johann August Sack (1764–1831) selbst damit. Er stellte im Oktober 1814 einen Kauf der Sammlung für den preußischen Staat in Aussicht und verwies auf die offene rheinische Universitätsfrage. Wallraf dürfe seine prestigeträchtige Sammlung nicht vereinzeln oder gar ins Ausland verkaufen.[56] Wieder wurde ein ausführliches Verzeichnis gefordert, dem komplizierte Bemühungen folgten: Groote und Wallraf arbeiteten gemeinsam an einer (zumindest groben[57]) Übersicht und legten zudem die Bedingungen für eine Übertragung der Sammlung fest – so etwa, dass sie „ausschließlich zu dem Zweck aufgestellt [werden dürfe], für Unterricht und Bildung der Studenten der künftigen rheinischen Universität zu dienen“ und dass die Bestände in Köln zu verbleiben hätten.[58] Tatsächlich scheiterten die durch Geldnot und Krankheiten Wallrafs erschwerten Ordnungsarbeiten[59]: In Berlin stand bereits nahezu fest, dass Bonn der neue rheinische Universitätsstandort werden würde, für die Wallrafs Sammlung aufgrund der formulierten Bedingungen nicht infrage kam, zudem war man mehr an den Sammlungen der Brüder Boisserée interessiert.[60] Deshalb regte der preußische Kreisdirektor Märcken[61] an, mit Wallraf eine parallele, aussichtsreichere Verhandlungsschiene aufzunehmen, welche nicht zu einer Übertragung an den Staat Preußen, sondern wieder an die Stadt Köln führen sollte.[62]

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Hier entstand nun erstmals das Übertragungsmodell, das später umgesetzt wurde: Märcken schlug Ende 1815 vor, Wallraf eine Pension zu überlassen, wenn er im Gegenzug die Sammlung testamentarisch an die Stadt Köln übertrage.[63] Märcken wiederholte diese Idee in einem Brief vom 22. Januar 1816[64] noch einmal direkt Wallraf gegenüber, der daraufhin wieder direkt mit der Stadt verhandelte. Köln wurde zudem nahegelegt, ihm für die weiterhin dringend benötigte[65] Ordnung Mittel bereitzustellen. Dass Wallraf die Übertragung an Preußen aufgegeben und Verhandlungsfortschritte mit Köln erreicht hatte, zeigt neben einer erneuten Teilauslagerung der Sammlung in das Jesuitenkolleg[66] eindeutig sein zweites Testament von 1816, in dem er zugleich die Hoffnung auf einen Nachfolger aus der Familie endgültig verworfen hat.[67] Wallraf scheint um einen (eiligen) Schlussstrich bemüht – und mit der Schenkung an Köln zugleich eine gangbare Lösung gefunden zu haben, den Abtransport für preußische Repräsentationszwecke auszuschließen.

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1816 fand im Auftrag des Provinz-Oberpräsidenten Friedrich Graf zu Solms-Laubach eine Verlegung der Sammlung in das Jesuitenkolleg statt, um sie besser präsentieren zu können.[68] Erst am 5. Mai 1817 wurde das geforderte Inventar abgeschlossen, an dem neben Groote auch Matthias Josef de Noël (1782–1849) und Johann Jakob Peter Fuchs (1782–1857), ebenfalls spätere Nachlassverwalter Wallrafs, mitwirkten. Wiederaufgenommen wegen einer besorgniserregenden Krankheit[69], lässt sich das Verzeichnis als „der wichtigste Schritt“ bezeichnen, „um die Zukunft der Sammlung endgültig zu regeln“.[70] Es beinhaltete die Gemälde und diente später auch der Nachlasskommission als Anhaltspunkt.[71] Erneut erkrankt versammelte Wallraf am 9. Mai 1818 etwa fünfzehn Vertraute und den Notar Nikolaus Merlo um das Krankenbett, um im endgültigen Testament die Übertragung der Sammlung an die Stadt Köln festzuschreiben.[72] Eine Woche später fand der Prozess seinen feierlichen Abschluss, denn am 16. Mai 1818 nahm die Stadt die Schenkung Wallrafs an. Auch die preußische Regierung bestätigte drei Tage später „mit Vergnügen“ die zugesagte Pension, die Wallraf ermöglichen sollte, seine Sammlung weiter zu ordnen.[73] Deeters beurteilt dies als „überraschend schnelle[s] Ende“ der Verhandlungen, dessen Gründe nicht gänzlich nachvollziehbar seien.[74] Wallraf wird erleichtert gewesen sein, sich nun auf die Zusagen und die Nachlasskommission verlassen zu können. Wallrafs Sammeleifer war indes nicht erloschen: Bei seinem Kauf der Antiken des Händlers Gaetano Giorgini im Juni 1818 nutzte er seine neuerworbene Pension als Pfand – und erwarb so unter anderem das bis heute als „Medusa Wallraf“ prominente Marmorobjekt.[75] Für die Nachlassverwalter blieb also genug zu tun.


Anmerkungen

[1] Bianca Thierhoff, Ferdinand Franz Wallraf (1748–1824). Eine Gemäldesammlung für Köln, Köln 1997, S. 25.

[2] Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 25. Frühe Briefe Wallrafs aus dem Jahr 1773 verweisen bereits auf Sammlungen.

[3] Vgl. ebd.; Joachim Deeters (Bearb.), Ferdinand Franz Wallraf. Ausstellung des Historischen Archivs der Stadt Köln vom 5. Dezember 1974 bis 31. Januar 1975, Köln 1974, S. 9.

[4] Klaus Müller, Ferdinand Franz Wallraf: Gelehrter, Sammler, Kölner Ehrenbürger (1748–1824), Köln 2017, S. 20. Vgl. auch Joachim Deeters, "Der Weg aus der Sklaverei zur Aufklärung" am Beispiel Ferdinand Franz Wallrafs, in: Rheinische Vierteljahresblätter 54 (1990), S. 142–163, hier: S. 145.

[5] Vgl. Deeters, Ausstellung (wie Anm. 2), S. 6 u. 44f. 1804 wurde dies auch von der französischen Verwaltung bestätigt.

[6] So lautete etwa 1804 die Bedingung der französischen Regierung für die weitere Nutzung der nun staatlich gewordenen Dompropstei, dass Wallraf „einen öffentlichen unentgeltlichen Kursus in der Naturgeschichte“ abhalte, vgl. ebd., S. 45. Er lehrte hier sogar nach der Universitätsaufhebung weiter, vgl. Gunter Quarg, F. F. Wallraf (1748–1824) und die Naturgeschichte an der alten Kölner Universität, in: Martin Schwarzbach (Hrsg.), Naturwissenschaften und Naturwissenschaftler in Köln zwischen der alten und der neuen Universität (1798–1919) (Studien zur Geschichte der Universität zu Köln 2), Köln u. a. 1985, S. 1–18, hier: S. 14.

[7] So trafen sich etwa die „Olympische“ und die „Musikalische Gesellschaft“ bei Wallraf, nach dem Vorbild der Abendveranstaltungen im Elternhaus und bei den Menns, vgl. Müller, Wallraf (wie Anm. 4), S. 16 u. 71f.; Lisa Kröger, Wallrafs Einsatz für das Kölner Stadtbild und die Denkmäler, in: Gudrun Gersmann / Stefan Grohé (Hrsg.), Ferdinand Franz Wallraf (1748–1824) – Eine Spurensuche in Köln, Abs. 7 (DOI: http://dx.doi.org/10.18716/map/00001), in: mapublishing-lab, 2016,
URL: http://wallraf.mapublishing-lab.uni-koeln.de/wallraf-in-koeln/wirken-und-nachwirkung/wallrafs-einsatz-fuer-das-stadtbild-und-denkmaeler/ (19.4.2018).

[8] Vgl. Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 72.

[9] Götz Czymmek, Ferdinand Franz Wallraf im Bild, in: Wallraf-Richartz-Jahrbuch 69 (2008), S. 271–302, hier: S. 281.

[10] Vgl. Thomas Ketelsen (Hrsg.), Wallrafs Erbe. Ein Bürger rettet Köln. Ausstellung des Wallraf-Richartz-Museums Köln vom 23. März bis 8.Juli 2018, Köln 2018, S. 10.

[11] Vgl. Müller, Wallraf (wie Anm. 4), S. 21.

[12] Vgl. dazu Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3); Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 17–72, Elga Böhm, Was ist aus Wallrafs Sammlung geworden?, in: Wallraf-Richartz-Jahrbuch 36 (1974), S. 229–272, hier: S. 229–241, Müller, Wallraf (wie Anm. 4), S. 75–94.

[13] Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 25. Vgl. Müller, Wallraf (wie Anm. 4), S. 75–78.

[14] Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 25.

[15] Ebd., S. 27. Vgl. dazu auch den Hinweis Gunter Quargs, dass Wallraf auch in späten Lebensphasen „offenbar auch den naturwissenschaftlichen Bestand speziell der Bibliothek vermehrt“ hat. Quarg, Naturgeschichte (wie Anm. 6), S. 16.

[16] Vgl. Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 27. Plausibel sei ein Zusammenhang mit Wallrafs Ästhetikvorlesungen.

[17] Vgl. Alexandra Nebelung, Wallraf als Sammler: Einflüsse und Entwicklung, in: Gudrun Gersmann / Stefan Grohé (Hrsg.), Ferdinand Franz Wallraf (1748–1824) – Eine Spurensuche in Köln, Abs. 6 (DOI: http://dx.doi.org/10.18716/map/00001), in: mapublishing-lab, 2017,
URL: http://wallraf.mapublishing-lab.uni-koeln.de/sammeln-um-1800/beispiele-der-koelner-sammlungspraxis/wallraf-als-sammler-einfluesse-und-entwicklung/ (18.4.2018); Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 30; Böhm, Sammlung (wie Anm. 12), S. 231.

[18] Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 31f.

[19] Ebd., S. 73.

[20] Klaus Pabst, Franz Ferdinand Wallraf. Opportunist oder Kölner Lokalpatriot?, in: Geschichte in Köln 24 (1988), S. 159–177, hier: S. 171.

[21] Böhm, Sammlung (wie Anm. 12), S. 232. Vgl. Ekkehard Mai, „Wallrafs Chaos“ (Goethe) – Städels Stiftung, in: Ders. / Peter Paret (Hrsg.), Sammler, Stifter und Museen. Kunstförderung in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert, Köln / Weimar / Wien 1993, S. 63–80, hier: S. 74.

[22] Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 53.

[23] Vgl. Gunter Quarg, Ferdinand Franz Wallraf (1748–1824), in: Gernot Gabel (Hrsg.), Kölner Sammler und ihre Bücherkollektionen in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (Schriften der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln 13), Köln 2003, S. 11–19, hier: S. 16f.; vgl. auch Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 109f.

[24] Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 30–32, 73 u. 75

[25] Quarg, Naturgeschichte (wie Anm. 6), S. 2f.

[26] Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 53. Vgl. auch die Einschätzung Alexandra Nebelungs: „Zeit seines Lebens sollte für Wallraf der Bildungsauftrag im Vordergrund stehen, seine Sammlung und seine Hoffnungen für diese sollten jedoch weit darüber hinausgehen.“ Nebelung, Sammler (wie Anm. 17), Abs. 1. Vgl. dazu auch Wallrafs zweites Testament, HAStK, Best. 1105 (Ferdinand Franz Wallraf), A 27 (Letztwillige Verfügungen), fol. 13r, wo eine ähnliche Beteuerung Wallrafs zu finden ist.

[27] Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 53.

[28] Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 73.

[29] Ebd., S. 58; Pabst, Wallraf (wie Anm. 20), S. 172.

[30] Dies entstammt einer plakativen Passage aus Goethes Brief an den preußischen Innenminister Schuckmann, vgl. Böhm, Sammlung (wie Anm. 12), S. 236. Goethe äußerte sich jedoch andernorts, vor allem öffentlich, bedeutend positiver über Wallrafs Sammlung und den Besuch 1815 in Köln. Vgl. dazu ebd., S. 235f. und Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 53f.

[31] Vgl. dazu Böhm, Sammlung (wie Anm. 12), S. 234–240 und Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 53f.

[32] Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 54. Vgl. dazu Böhm, Sammlung (wie Anm. 12), S. 231: Wallraf habe „nicht nur ein Lehramt, sondern auch zahlreiche Aufgaben innerhalb der Stadt übernommen.“

[33] Deeters weist etwa darauf hin, dass Wallraf ein anderer Typus Sammler war als beispielsweise die Brüder Boisserée, die im Gegensatz zu Wallraf stärker auf „Qualität und Zusammenhang“ bedacht gewesen seien und nationale statt lokal-kölnische Interessen vertreten hätten, vgl. Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 74 und Mai, „Wallrafs Chaos“ (wie Anm. 21), S. 76f.

[34] Vgl. Paul Berthold Rupp, Die Bibliothek Ferdinand Wallrafs (1748–1824). Entstehung und Fortbestand, in: Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins 47 (1978), S. 47–114, hier vor allem: S. 69–79.

[35] Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34), S. 69.

[36] Vgl. ebd.

[37] Vgl. dazu ausführlich ebd., 69–72, Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 75–77; Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 26 u. 58f. Vgl. zur 1800 eingesetzten Schulverwaltungskommission: Klaus Müller, Köln von der französischen zur preußischen Herrschaft. 1794–1815 (Geschichte der Stadt Köln 8), Köln 2005, S. 319f. Vgl. auch Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 76: „Sie war finanziell völlig getrennt von der übrigen Stadtverwaltung auf Grund ihres eigenen Vermögens.“

[38] Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 76.

[39] Vgl. Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34), S. 70. Die Gegenstände wurden bezüglich ihres Wertes, des Kaufpreises und des öffentlichen Nutzens beurteilt. Wallraf hatte seinem Schreiben eine eigene Werteinschätzung beigelegt, von der Schulverwaltung wurden Thiriart und Goswin von Heinsberg als Gutachter beauftragt, vgl. Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 58.

[40] Vgl. Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34), S. 70; Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 58f.

[41] Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 59.

[42] Wallraf selbst hatte 60.000 Francs als Wert seiner Sammlung angegeben, vgl. ebd., S. 58.

[43] Offenbar waren 500 Francs jährlich geplant, vgl. Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34), S. 71.

[44] Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 58f.

[45] Vgl. Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 76.

[46] Vgl. Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34), S. 72f.; Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 59.

[47] Vgl. Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34), S. 72f.

[48] Vgl. Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 77; Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 59.

[49] Vgl. Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 59.

[50] Der Jesuitenorden wurde 1773 aufgehoben. Vgl. Alexandra Nebelung, Exkurs: Das Jesuitenkolleg in Köln und seine Geschichte, in: Gudrun Gersmann / Stefan Grohé (Hrsg.), Ferdinand Franz Wallraf (1748-1824) – Eine Spurensuche in Köln (DOI: http://dx.doi.org/10.18716/map/00001 ), in: mapublishing-lab, 2017,
URL: http://wallraf.mapublishing-lab.uni-koeln.de/sammeln-um-1800/beispiele-der-koelner-sammlungspraxis/exkurs-das-jesuitenkolleg-und-seine-geschichte/ (24.4.2018).

[51] Die Sammlung scheint mehrfach zwischen beiden Einrichtungen gependelt zu haben: Vgl. ebd., 62f. 1813 und wohl bis 1814 war ein Großteil noch im Kolleg gelagert. Später wurde ein Teil erneut dorthin ausgelagert, vgl. Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34), S. 78, und für Anfang 1816 spricht Thierhoff sogar von der „Hälfte“ der Sammlung. Dazu ist von „verschiedensten anderen städtischen Räumlichkeiten“ die Rede, vgl. Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 64.

[52] Vgl. die Aufstellung bei Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34), S. 73f.: Obwohl der Wert der Sammlung darin auf 118.156 Francs festgelegt wird, sah der Vertrag einen Kaufpreis von 40.000 Francs vor, der in 20 Jahren zu zahlen sei. Wallraf sollte Konservator werden und mit Honorar und Wohnung ausgestattet werden. Teil der Verhandlungen war offenbar ein Verzeichnis der Gemälde- und Mineraliensammlung Wallrafs aus dem Juni 1810. Vgl. Deeters, S. 77 u. Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34), S. 74.

[53] Vgl. dazu Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 60–62.

[54] Vgl. Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34), S. 74f. und Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 62, wo ein Kollege Wallrafs, Professor Kramp (nach Pick) zitiert wird.

[55] Vgl. Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 78.

[56] Vgl. ebd., S. 90f.; Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34), S. 75f.

[57] Vgl. Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 63f.

[58] Vgl. Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34), S. 76f.

[59] Vgl. Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 91.

[60] Vgl. Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 64.

[61] Dies ist die Schreibweise bei Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1); vgl. „Maerken“ bei Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3) und „Maercken“ bei Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34).

[62] Vgl. Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34), S. 77f., Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 91. Dies entsprach ohnehin viel eher Wallrafs Absicht, vgl. Rupp Bibliothek (wie Anm. 34), S. 77, bes. Anm. 235.

[63] Vgl. Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34), S. 77.

[64] Vgl. Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 91.

[65] Vgl. Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34), S. 77f.: Beide Verhandlungspartner Wallrafs, die Vertreter Kölns und Preußens, verlangten dringend eine detaillierte Inventarisierung der Sammlung. Vgl. auch Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 64.

[66] Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34), S. 78.

[67] Wallraf skizzierte die Aufstellung im Jesuitenkolleg detailliert, vgl. Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 65f.

[68] Vgl. ebd., S. 66f.

[69] Vgl. ebd., S. 67.

[70] Vgl. Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 92.

[71] Vgl. Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 67.

[72] Vgl. Rupp, Bibliothek (wie Anm. 34), S. 78f., Thierhoff, Gemäldesammlung (wie Anm. 1), S. 67f.

[73] Vgl. Deeters, Ausstellung (wie Anm. 3), S. 93.

[74] Vgl. ebd., S. 75.

[75] Vgl. ebd., S. 93f. Vgl. Charlotte Pletz, Wallrafs Marmi Giorgini und der Paradigmenwechsel im Sammeln von Antiken, in: Gudrun Gersmann / Stefan Grohé (Hrsg.), Ferdinand Franz Wallraf (1748–1824) – Eine Spurensuche in Köln (DOI: http://dx.doi.org/10.18716/map/00001), in: mapublishing-lab, 2017,
URL: http://wallraf.mapublishing-lab.uni-koeln.de/sammeln-um-1800/die-wallrafsche-antikensammlung/wallrafs-marmi-giorgini-und-der-paradigmenwechsel/ (19.4.2018).

Empfohlene Zitierweise
Sebastian Schlinkheider, Zähe Verhandlungen – Wallraf veräußert seine Sammlung, aus: Elisabeth Schläwe / Ders., Letzter Wille mit großer Wirkung – Die Testamente Ferdinand Franz Wallrafs (1748–1824) (DOI: http://dx.doi.org/10.18716/map/00003), in: mapublishing-lab, 2018,
URL: http://wallrafswille.mapublishing-lab.uni-koeln.de/beitraege/zaehe-verhandlungen/ (Datum des letzten Besuchs).

Veröffentlicht: 16.05.2018
Zuletzt geändert: 14.06.2018